#wirmachenunsschön

Sylvia Demgenski1. Dezember 2020

Was ein Orchester im lockdown so treibt

Was macht ein freies Orchester im Lockdown?! - Wir machen uns schön!!!

Als Ende Oktober die Ankündigung für den erneuten Teil-Lockdown kam, war das zwar zu erwarten gewesen, aber jeder/m Musiker*in sank natürlich dennoch das Herz! Gerade erst hatten wir unsere Tätigkeit wenigstens in Teilen wieder zurückerobert, gerade erst hatten wir wieder Konzerte gespielt. Und das waren besonders intensive Momente des Zusammenspiels und des gemeinsamen Musizierens gewesen. Wir selbst und auch unser Publikum waren wie ausgehungert, wie Schwämme, die die gemeinsam gespielte Musik in sich einsogen...

Nun gut! Wir sind ja Musiker*innen, weil wir uns für Kreativität im Leben entschieden haben. Also können wir nicht gut auf unseren Händen rumsitzen und Trübsal blasen - wobei... das haben wir natürlich auch getan und zwar ausgiebig und voll Inbrunst. Schließlich sind wir empfindsame Seelen! ABER – das geht ja nicht den ganzen Tag...

Was kann man also tun? Man schaut auf die Aufgaben, die sonst im aufgeregten Konzertbetrieb so
hinten runterfallen und siehe da – es stehen seit längerem mal wieder Portraitfotos unserer
Musiker*innen an. Geht das überhaupt während eines Lockdowns? – Besonders gut sogar!
Schließlich haben potenzielle Locations für eine solche Fotosession - Restaurants, Cafés und
Museen - gerade jetzt ebenfalls geschlossen! Gesagt, getan, wir machten uns auf die Suche nach
einem Fotografen: Philippe Stier, und mit dessen Hilfe auch auf die Suche nach einem Ort, dessen
Inhaber*in gewillt wäre, uns für einen ganzen Tag lang zu beherbergen, denn so lange dauert es
mindestens, ein ganzes Orchester zu fotografieren...
Das Glück wollte es, dass wir dabei auf das Team vom Restaurant Margarete trafen, einem super
gemütlichen und wunderschön eingerichteten Bistro und Restaurant in der Innenstadt, das nicht nur
ein freundliches und zuvorkommendes Mitarbeiter*innenteam hat, sondern auch eine hervorragende
Küche (Natürlich haben ein paar von uns die Gelegenheit genutzt und uns mittags direkt vor Ort mit
Essen versorgen lassen! Yum!!! Diese Information also aus erster Hand).
Und das eigentlich Unglaubliche dabei – ALLE Musiker*innen hatten Zeit! Corona sei Dank!!! 😉
Wann kriegt man mal kurzfristig am Wochenende 20 Musiker*innen terminlich unter einen Hut –
undenkbar zu normalen Zeiten...
Viel Emailverkehr und Online-Einteilungslisten später ging es los!
Ich traf mich morgens um 8:45 Uhr (wer sieht zu so eine Uhrzeit schon gut aus für eine
Fotosession! Aber ich wollte es ja nicht anders...) mit Vera Kern, der tollen Social Media Managerin
des Restaurants Margarete, die uns gemeinsam mit ihren bezaubernden Kindern in Empfang nahm
und uns das ganze Restaurant zur freien Verfügung stellte.
Einen kleinen Schrecken gab es, als die im Vorfeld zum Studiohintergrund erwählte Bistrowand
komplett zugestellt war mit Boxen, die dort am vorangegangenen Abend fein säuberlich und mit
viel Liebe von den Azubis aufgebaut worden waren. 3 Schrecksekunden später hatten wir
entschieden, dass dieser Hintergrund noch viel cooler und spannender ist, als die zuvor auserkorene
Wand und legten los. Im 15 Minutentakt schwebte eine Musikerin nach dem anderen Musiker ins
Restaurant und ließ sich von Philippe ins rechte Licht rücken. Wir hatten den Turbogang eingelegt,
denn 21 Musiker*innen und Teammitglieder wollten fotografiert sein, bevor unser Fotograf vor
Erschöpfung zusammenbricht.
Und es geschah, was eigentlich gar nicht geplant war: Wir freuten uns so sehr, uns mal wieder zu
sehen, dass die meiste Zeit über immer ein paar von uns im Restaurant blieben, quatschten, lachten,
gemeinsam Zeit verbrachten (natürlich mit Masken, Abstand... und mit frischem Kaffee von Vera,
die es sich nicht nehmen ließ, uns höchstpersönlich zu ver- und umsorgen). Sowohl für Vera, als
auch für das Orchester eine kleine Insel von Normalität, die wir allesamt aus tiefster Seele genossen
– außer Philippe natürlich, der musste schließlich arbeiten! 😉
Nach 8 Stunden Fotomarathon ging der Tag zu Ende. Alle erschöpft, aber glücklich!

Das Ergebnis unserer Fotosession könnt ihr bald auf unserer Webseite bewundern. Wir sind
hochzufrieden mit den Bildern und sehr gespannt auf Eure Reaktionen. Wir informieren Euch!
Und sobald das Margarete wieder öffnen darf, wissen wir alle schon, wohin unser nächster
kulinarischer Ausflug in Frankfurt unternommen wird!*
*Wer das nicht abwarten kann, kann sich beim Margarete auch eine Box bestellen.

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